Anfang des 9. Jahrhunderts wurde in Galicien, dem äussersten Westen Spaniens, ein Grab entdeckt. Eine Reihe von wundersamen Ereignissen wies darauf hin, dass es das Grab des Apostels Jakobus sein musste, der im Jahr 44 in Jerusalem ums Leben gekommen war. Die Entdeckung kam genau im richtigen Zeitpunkt: Spanien war damals von den Mauren besetzt, denen die Christen nichts entgegenhalten konnten. Doch nun hatte man in Jakobus einen Bannerträger, der - wie zahlreiche Legenden berichten - hoch zu Ross und mit gezücktem Schwert gegen die Mauren in den Krieg zog. Millionen von Pilgern aus ganz Europa machten sich auf den Weg nach Santiago, wurden dort zum Teil systematisch entlang des Pilgerweges angesiedelt und bildeten damit ein Bollwerk, dem gegenüber die Mauren schliesslich unterlagen.
Der Jakobsweg war kein fester Weg, sondern ein Weggeflecht, das sich über ganz Europa zog.